Hochtour auf die Wildspitze

 

Meine erste Hochtour auf den zweithöchsten Berg Österreichs.

Es ist kurz nach sieben Uhr am Morgen und ich bin bereits seit drei Stunden wach. Der Grund dafür ist eine Tour die mir seit unserem ersten Klettersteig nicht mehr aus dem Kopf geht. Ursprünglich als Zweitagestour über das Oetztal geplant stehe ich nun im Pitztaler Gletscherexpress. Mit Hilfe dieser Schrägstollenbahn, einem Bergführer und sechs weiteren Bergsteigern möchte ich heute die Wildspitze als Tagestour bezwingen. Mit 3.768m ist die Wildspitze nicht nur der höchste Berg Nordtirols, sondern auch der zweithöchste Berg Österreichs. Der Gipfel liegt nur knapp 30m unter dem des Großglockners.

Damit diese Hochtour  an einem Tag zu bewältigen ist, fährt der Pitztaler Gletscherexpress im Sommer, Freitags bereits ab 07.00 Uhr. Von 1.740m gelangen wir so in wenigen Minuten auf 2.840m, zum Ausgangspunkt unserer Tour.

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Als erste Etappe steht uns der Weg zum Mittelbergjoch (3.166m) bevor.

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Größtenteils weglos geht es über Morenengelände in Richtung Mittelbergferner.

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Mit den ersten Sonnenstrahlen machen sich auch die ersten Schweißperlen bemerkbar. Die letzten Zweifel über ausreichend warme Kleidung sind hiermit auch verschwunden.

Der erste Gletscher Kontakt

Es dauert auch nicht lange bis wir zum ersten Mal einen Gletscher unter den Füßen haben und das Mittelbergjoch in Sichtweite rückt.

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Am Joch angekommen wird mir bewusst, welch lange Strecke noch vor uns liegt. Zeit um darüber nachzudenken bleibt mir ohnehin nicht viel, da es jetzt an der Zeit ist die Steigeisen anzulegen und wir uns ins Seil einbinden. Da ich zum ersten Mal mit Steigeisen unterwegs bin, bleibt mir auch nicht lange Zeit, dass beeindruckende Panorama vom Taschachferner zu geniessen, geschweige den einigermaßen gute Fotos zu schießen.

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Ab jetzt beginnt ein kurzer Abstieg zum Taschachferner, dem ein Anstieg mit ca. 600 Höhenmeter zum Südgrad der Wildspitze folgt.

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Vorbei an Gletscherspalten und riesigen Eisbrüchen führt unsere Route zuerst etwas flacher in Richtung Brochkogel.

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Gipfel in Sicht

Von dort nähern wir uns langsam dem steiler werdenden Südgrad unterhalb der Wildspitze. Wie in einer Ameisenkollonie befinden sich vor und hinter uns auch noch andere Seilschaften auf dem Weg zum Gipfel.

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Am Grad angekommen, offenbart sich uns bereits ein wunderschönes Panorama welches  durch das Gipfelpanorama hoffentlich nochmals übertroffen wird.

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Die letzten Höhenmeter zum Gipfel überwinden wir mit Kletterpassagen (UIAA1+) am Grat. Bei diesem Anstieg empfiehlt es sich unbedingt ganz links zu bleiben. Ein Absturz auf die  rechte Gradseite in Richtung Oetztal wäre fatal.

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Gipfelblicke

Nach der Schlüsselstelle, einem schmalen kurzen Felsband, welche für geübte aber kein Problem darstellt, stehen wir alle überglücklich auf dem Gipfel!

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Die Aussicht vom Gipfel ist phänomenal und wird bei guten Bedingungen nur mehr durch die Erdkrümmung begrenzt. Aufgrund der vielen Seilschaften und der begrenzten Platzverhältnisse blieb uns auch hier nicht sehr viel Zeit um den Ausblick zu genießen. Für mich ein Grund mehr, im Winter mit den Ski wieder hierher zu kommen. Diese habe ich beim Abstieg mehrmals vermisst 😉


Tourdaten:

  • Ausgangspunkt: Bergstation Gletscherexpress Pitztal
  • Ausrüstung: Alle Routen führen über Gletscher und erfordern daher eine komplette Hochtouren/Gletscher-Sicherheitsausrüstung
  • Höhenmeter: ca. 1.270 Hm Aufstieg
  • Gehzeit: ca. 6-8 h
  • Anfahrt: Inntalautobahn A12  – Ausfahrt Imst – Pitztal, ab der Ausfahrt ca. 35km bis zur Gletscherbahn
  • Sicherheit: Die vorgestellten Touren sind nur Empfehlungen. Die Beschreibungen können unvollständig sein und ersetzen nicht eine sorgfältige Tourenplanung sowie die notwendige alpine Erfahrung. Alle Sportler bewegen sich ausschließlich auf ihr eigenes Risiko und sind selbst für ihre Sicherheit verantwortlich. Die Betreiber der Homepage übernehmen diesbezüglich keine Haftung und sind für keinerlei verschulden haftbar. Wir empfehlen daher immer einen ausgebildeten Bergführer zu engagieren